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Weitere Teilnehemer an den Feierlichkeiten von QUÉNTAR sind die Trabuqueros oder Tiraores (dt. 'Schützen'), die jedes Jahr die Feierlichkeiten mit krachenden Böllerschüssen akustisch begleiten.
Den Grund, warum sie die Festlichkeiten und die Sebastiansprozession begleiten, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Persönlich glaube ich, dass es einen der zwei folgenden Gründe hat:
1.- Entweder wurden sie in die Aufführungen integriert, um das Schlachtengetöse möglichst realistisch darzustellen .
2.- Oder sie wurden zu Ehren des heiligen Sebastian aufgenommen, wil dieser ein Soldat gewesen war.
Was auch immer der Grund sein mag, jedes Jahr opfern die Anwohner - und wir -, um der Schönheit der Aufführung willen, unser aller Gehör.
Das Kostüm der Schützen besteht aus mit Blumen geschmückten Hüten, kürbisfarbenen Latzhosen mit an der Taille festgebundenen farbigen Bändern, weiterhin aus den unvermeidlichen Stutzen und Pulverflaschen. Um zu erkennen, ob ein Schütze zu den Mauren oder zu den Christen gehört, muss man auf die Farbe des Saums seiner Latzhose achten. Ist er braun, gehört der Schütze zu den Mauren, ist er karminrot, zu den Christen.
Die Kostüme von Mauren und Christen sind nicht immer die gleichen gewesen. Vor 1973 wurden für die Christen moderne Militäruniformen benutzt. Danach wurden die Kostüme mehr und mehr der historischen Epoche angepasst, in der die dargestelleten Ereignisse stattgefunden hatten.
Einige Wochen vor dem Christen- und Maurenfest treffen sich die Schützen, um Ihre "Waffen" auszuprobieren, was als Startschuss der Feierlichkeiten betrachtet werden kann, und in den folgenden Wochen wird dann alles für ein perfektes Fest vorbereitet.
Das nächste zu erwähnenede Ereignis findet dann bereits am Festwochenende statt, wenn die Person, die gegenwärtig la bandera aufbewahrt, am Freitag Mittag um 12 Uhr mit der Fahne auf ihren Balkon tritt und die Schützen ein Salve abfeuern, während gleichzeitig die Kirchenglocken geläutet werden.
Das Mauren- und Christenschauspiel ist in drei Akte untergliedert, die am Samstag und Sonntag aufggeführt werden. Am Samstagnachmittag, gegen halb fünf, beginnt die Vorstellung. Im ersten Akt sind die christlichen Truppen im Besitz des Dorfes und der Burg, sowie der insignias. Im Lauf des Nachmittags tritt das maurische Heer auf, das nach mehreren Schlachten die Kontrolle über die Burg, das Dorf, die Statue des heiligen Sebastian und die insignias gewinnt. Am Endes Aktes werden der König und der General der Christen gefangen genommen.
Der zweite Akt beginnt am Sonntagmorgen gegen elf Uhr. Vorher, um ca. acht Uhr morgens, sind die maurischen Truppen, ihre Schützen und die christlichen Gefangenen auf eine Anhöhe namens Cerrillo de los Almireses gestiegen. An diesem Ort werden die Waffen bewacht, die bei der Schlacht am selben Nachmittag zum Einsatz kommen, und die christliche, sowie die maurische Fahne geschwenkt. Hier werden auch die chascarrillos populares (dt. 'volkstümliche Anekdoten') verfasst, Parodien auf Ereignisse, die sich im Laufe des Jahres in QUÉNTAR zugetragen haben.
Die Rückkehr ins Dorf ist äußerst laut, da die maurischen Truppen, die sich der Burgtenne nähern, ihre "Waffen" abfeuern und die christlichen Soldaten das Feuer erwiedern. Der Einzug auf die Tenne vollzieht sich unter sehr viel Rauch. Der König und der General der Christen treten gefesselt auf, während beide Heere miteinander kämpfen. Die Schlacht endet mit der Befreiung des Königs und des Generals der Christen. Die insignias, das Dorf und die Statue des heiligen Sebastian bleiben hingegen weiterhin in der Gewalt der Mauren.
Als nächstes wird der paseíllo
de los lanceros (dt. 'Einzug der Lanzenreiter') aufgeführt. In dieser Szene spielen der maurische und der christliche Lanzenreiter einen Dialog, an dessen Ende der Maure zu den Christen überläuft, allerdings nur symbolisch.
Der Morgenakt endet mit den chascarrillos populares, welche sowohl von Mitgliedern der BRUDERSCHAFT, als auch von Schützen dargeboten werden.
Am Nachmittag, gegen halb fünf - die Uhrzeiten währen der Festtage als relativ zu betrachten - beginnt der dritte und letzte Akt des Mauren- und Christenschauspiels.
In diesem Akt kommt es zur bewegendsten, am besten vorbereiteten und zur alljährlich von allen am meisten erwarteten Szene, in welcher der chrisliche General das Salve-Regina betet, bevor er den Mauren in der Burg entgegentritt.
Darauf bieten die Mauren an, die Statue des heiligen Sebastian gegen ein Lösegeld freizulassen, wozu sie Boten entsenden. Aufgrund der Dialoge und Inszenierung kann diese Szene als humoristische Einlage betrachtet werden.
Das Schauspiel endet mit der Taufe und Konvertierung der maurischen Truppen. Jeder Maure wird im Moment der Taufe von einem Christen begleitet, wobei er im Dialog seinen Glauben bezeugt.
Die Taufe findet mitten auf der Tenne statt, wofür ein Taufbecken mit Weihwasser aufgestellt wird, welches man mit dem, was gerade zur Hand ist, anrichtet; Schießpulver, Currygewürz, oder ähnlichem.
Als Schlussstrich wird der Moment betrachtet, in dem die Schützen die Gruppen benennen, die im folgenden Jahr die insignias tragen und diese von den betreffenden Personen in Besitz genommen werden, aber nicht ohne vorher von den Mitgliedern der BRUDERSCHAFT auf einer Decke mehrmals in die Luft geworfen und wieder aufgefangen zu werden.
Das Fest zu Ehren des heiligen Sebastian, des Schutzpatrons von Quéntar (19. und 20. Januar)
Am Abend des 19. Januar wird die Statue des heiligen Sebastian von Mitgliedern der gleichnamigen Bruderschaft auf einem Traggestell von seiner Kapelle zur Inkarnationskirche getragen. Es werden Feuerräder auf der Sebastianstenne und dem Pletín de la Iglesia, sowie in Privathäusern entlang des Prozesionsweges abgebrannt und Schützen eskortieren den Zug mit krachenden Böllerschüssen.
Am nächsten Morgen, nach der Messe und auf die gleiche Weise wie am Abend zuvor - mit Ausnahme der Feuerräder -, geht es zurück in die Kapelle in der Straße Calle San Sebastián.
Der Kreuztag ( span. Día
de la Cruz/ 3. Mai)
An diesem Tag werden in den verschiedenen Vierteln des Dorfes geschmückte Kreuze aufgestellt, in den letzten Jahren vor allem auf der Plaza del pueblo,
in der Straße calle Santa Ana, im las Pavesas Viertel und in der Gasse callejón de las Campanas.
Corpus Christi (span. Día
del corpus)
Traditionell am Donnerstag gefeiert, wird Corpus Christi heutzutage am Sonntag begangen. In einer Prozession trägt der Gemeindegeistliche die Monstranz durch die Strassen. Einige Anwohner errichten Altäre, auf denen der Pfarrer die Monstranz ablegen kann und an denen er ein Gebet errichtet.
Wallfahrt zur Kapelle Fuente de los Morales (Ende Juni)
Diese Wallfahrt (span. romería) ist das jüngste Fest in QUÉNTAR. Es wird seit ca. 15 Jahren gefeiert und in seinem Verlauf wird die Statue der NUESTRA
SEÑORA DE LA ALEGRÍA (dt. 'Heilige Maria der Freude') auf einem Traggestell vom Dorf in die Kapelle Fuente de los morales getragen.
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